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prämierter Entwurf

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Kirchenmodell (eine subjektive Wahrnehmung von Uwe Knietsch)

Schön, wirklich schön.

Schön wie es mit einem kleinen bisschen Vorschulpsychologie, und aufgrund berufsbedingter Routine mit starken bildhaften Formulierungen umgehen zu können, möglich ist, ebenbürtige und wahrscheinlich sogar sehr viel stärkere Empfindungen der berechtigt anwesenden 'Hörerschaft' (der Bewohner), noch bevor sie verbalisiert aus dem Mund purzeln können, abzuwürgen, ohne dabei Hand anlegen zu müssen, um sie dann locker ins Leere laufen zu lassen.

Sicherlich gibt es vernünftige Gründe dafür, eine private Planung und das ist der Kirchenbau nun mal, nicht gleich von hunderten 'halb Gebildeten' zerreden zu lassen, um hinterher etwas bauen zu müssen, dass man gar nicht möchte.

Und ausserdem, ziehen hier viel später auch noch Leute her, die ja jetzt auch keinen Einfluss nehmen können.

Und, Leute die sich nicht ständig in optischen Fiktionen bewegen, können die tatsächliche spätere Wirkung einer Bebauung sowieso nicht von alleine begreifen, man muss ihnen ja eh sagen was sie dann denken und fühlen werden.

Also, was soll man sich schon vorher mit ihnen herumschlagen. Sagen wir ihnen halt wie es sein wird und dass sie keine Vorstellung von dem haben was sie erwartet.

      - eben !


Was will eigentlich wer? Die Architekten mal ausgenommen.

Beispiel Landschaftspark:

Der Landschaftspark wurde designed, um die 'Grünflächen' (Felder, Wiesen und drei Bäume) aus dem Umland in den Stadtrandbereich einfließen zu lassen. Die gradflächige, lineare Struktur der Felder geben diese Formen vor. -so.


Was wollen aber diejenigen, die den Landschaftspark nutzen wollen:

Meistens wünschen sich die, die sowieso die meiste Zeit in linearen Strukturen verbringen, homogene, kraftvolle Formen und natürliche Ursprünglichkeit, auch wenn diese 'Natur' nur nachgemacht oder nachempfunden ist. Und dabei hat wahrscheinlich keiner die Geduld 150 oder 200 Jahre zu warten, bis leere Stadtkassen den Park einwachsen lassen.

Wahrscheinlich hält der Architekt die Umgebung Münchens (vom Flugzeug aus gesehen) tatsächlich für einen erstrebenswerten natürlichen Raum.

Auch wenn wir um uns herum nur Felder und Forstbewirtschaftung sehen, so bleibt das tiefe Gefühl für Ursprünglichkeit und die Naturgewalten bestehen und im tiefsten Inneren sehnt sich jeder danach sie zu erfahren, zwar nicht, um ihnen in letzter Konsequenz zu unterliegen, aber spüren möchte man sie doch.

Aber anstatt kraftvolle Räume so dicht wie möglich an uns heran zu holen, versauen wir die wenigen Areale die noch zu beleben wären, mit preisgekrönten 'Flachgeistergüssen'.


Kirchenbau

Was hat das jetzt mit dem bevorstehenden Kirchenbau zu tun.

Die Empfindungen vieler Menschen, die hier jetzt schon leben, sehen eben nicht das monumentale Erscheinungsbild als prestigesteigernde Bereicherung und sie wollen es eben auch gar nicht. Sie suchen meist einen eben 'freundlichen' und einladenden Raum lieber auf, als sich erst überwinden zu müssen.

Die hohen Mauern bieten den Bewohnern Schutz vor dem Trubel, um das spätere Einkaufszentrum und dem dadurch erheblich zunehmenden Publikumsverkehr, -klar!

Die Kirchenräume brauchen auch Schutz.

Schutz vor den optischen Eindrücken der Umgebung ?
Schutz vor Licht ?
Schutz vor Ungläubigen ?

Ungeachtet der statischen Erfordernisse, wie war das zuletzt, Ziegel? Wie dick werden die Mauern? Oder werden die Wände verspannt? Na ja, wenn der Wind sie schon nicht einreisst, singen sie uns vielleicht ein schönes Lied.
Es sind eben keine Gemeinschaftsräume oder allgemeine Treffpunkte. Es sind die Räume von Glaubensgemeinschaften. - obwohl, Dagobert Duck dürfte bestimmt keinen Geldspeicher dort hinsetzen. Also irgendwie sind sie ja doch öffentlich, oder doch nicht ?!

Einen erhöhten Ruhepunkt oder einen abgehobenen Freiraum, kann man dies nicht auch mit einem freundlicheren Wesen durch eine Aufschüttung, durch Bäume statt Mauern oder in Anlehnung an die homogenen Formen Gaudis erreichen. -Wo sind die mutigen Kreativen, denn ein 'Preisgericht' schmeckt nur einmal !

Man wird ja von den Seiten der Kirchen, jetzt wo es möglich ist (vorher waren ja noch gar keine Gemeinden da) sicher eine gewisse Mitsprache durch Mitglieder der Gemeinden einräumen können. - Auf die konkreten Nachfragen bei der Veranstaltung am 20.02.2001, in welcher Form diese Mitgestaltung in den weiteren Entwicklungsphasen der 'reifungsbereiten' Verantwortlichen und Architekten kommen soll, wurden verbindliche Aussagen so vehement vermieden, dass jeder der auf eine verbindliche Aussage bestanden hätte, sicher seine 'Seligkeit' verspielt hätte. Denn die Bereitschaft zum 'Reinredenlassen' ist mehr als dünn. Die wenigen gut ausgewählten Vertreter werden sicherlich helfen den Rahmen zu halten.

Aber es sind ja erst 10% der Planungen bis zum fertigen Bau gelaufen, es sei noch vieles möglich. -jo

Wenn ich in meinem Unternehmen heute durchsickern lasse, dass 30% der Belegschaft entlassen werden, haben sich nach 6 Monaten alle daran gewöhnt, und für nur 80% des Einkommens arbeiten sie dann weiter und sind noch dankbar dafür. - Und ich habe eigentlich nur mit 15% weniger Lohn gerechnet, ist doch toll, jeder ist glücklich! - macht Ihr doch auch so, oder ?!

(Eine Weiterveröffentlichung ist nicht genehmigungspflichtig aber nur in ungekürzter Fassung unter Quellen und Datumsangabe zulässig)